Aktuelles


Deutscher Botschafter besucht Pomerode

Der deutsche Botschafter in Brasilien, Dr. Georg Witschel, besuchte am 5. Oktober 2017 die Stadt Pomerode in Südbrasilien. In der Präfektur wurden Dr. Witschel und seine Frau Sabine von Mädchen und Jungen der bilingualen Schule Amadeu da Luz mit deutschen Volksliedern begrüßt. An den anschließenden Gesprächen im Ehrensaal der Stadtverwaltung nahmen neben Vize-Bürgermeisterin Gladys Sievert, Abgeordnete des Stadtparlaments sowie Vertreter der örtlichen Wirtschaft und Kultur teil. Gladys Sievert: „Der Besuch des Botschafters ist für uns von größter Wichtigkeit und ehrt uns sehr. Bei dieser Gelegenheit hatten wir die Möglichkeit, ihm Projekte und Aktivitäten der Stadtverwaltung vorzustellen, die auf die Erhaltung der von unseren Vorfahren geerbten Kultur gerichtet sind. Das betrifft vor allem unsere zweisprachigen Schulen, in denen die Kinder sowohl in Portugiesisch als auch in Deutsch unterrichtet werden.“

Das Wirtschaft- und WissenschaftsZentrum Brasilien-Deutschland (WWZ-BD) pflegt seit vielen Jahren enge Beziehungen mit der Stadt Pomerode. Neben intensiven Kontakten zur kommunalen Politik und zur Wirtschaft zählt dazu unter anderem die Unterstützung der bilingualen Schulen sowie der Drechslerschule Pomerode. Das WWZ-BD gehört darüber hinaus zu den deutschen Partnern der Errichtung der Biogasanlage Pomerode, einem über die Grenzen des Bundesstaates Santa Catarina wirkenden Referenzprojekts für die Nutzung regenerativer Energien.

Biogasspezialisten für Brasilien

Bildungsministerium und SENAI kooperieren mit ME-LE Energietechnik

Brasília, 19. September 2017 – In der brasilianischen Hauptstadt ist am Dienstag ein Programm zur Ausbildung von Lehrkräften für die Biogasbranche des Landes gestartet worden. Wie das Bildungsministerium (MEC) dazu in einer Presseinformation mitteilte, sollen diese Lehrkräfte künftig landesweit Kurse über die Produktion und energetische Verwertung von Biogas auf der Basis landwirtschaftlicher Reststoffe durchführen. Deutscher Partner dieses Programms ist die ME-LE Energietechnik GmbH mit Sitz in Torgelow (Mecklenburg-Vorpommern).

"Diese Partnerschaft mit ME-LE ist sehr wichtig und zielt auf eine stärkere Integration zwischen unserem Bildungsnetzwerk und dem produktiven Sektor", erklärt der Direktor für Entwicklung des brasilianischen Bildungsnetzwerkes für berufliche, wissenschaftliche und technologische Ausbildung beim Sekretariat für berufliche und technologische Bildung (Setec) des Bildungsministeriums, Romero Portella Raposo Filho.

Von dieser Partnerschaft würden vor allem die Studenten profitieren – zugleich aber auch die Lehrer. Direktor Raposo Filho: "Uns ist es gelungen, die Türen zu einem Technologiezentrum wie ME-LE zu öffnen, damit unsere Schüler Unterricht in der Praxis erhalten und verstehen, wie das alles in der Realität funktioniert. Parallel dazu schaffen wir es, Lehrer auszubilden.“

In der ersten Phase des Programms stehen zehn Lehrerplätze vom föderalen Netzwerk und weitere zehn vom Nationalen Service für Industrieausbildung (Senai) zur Verfügung. Die Teilnehmer werden von ihren Bildungseinrichtungen nominiert. Der Kurs besteht aus einer Kombination aus E-Learning und Präsenzphasen zwischen Oktober 2017 und Juni 2018. Die Dozenten kommen von der ME-LE Akademie, die als Einrichtung der beruflichen Aus- und Weiterbildung zur ME-LE Gruppe gehört.

Der Präsenzunterricht in Brasilien findet auf dem Campus Riberão Neves des Bundesinstitutes für Bildung, Wissenschaft und Technologie Minas Gerais (IFMG) statt. Im Verlaufe der Lehrerausbildung wird es auch Praxisphasen in Deutschland geben. Unterstützt wird die Lehrerausbildung von der KfW DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH.

Zu den Partnern des Projektes gehört auch das Wirtschafts- und WissenschaftsZentrum Brasilien-Deutschland (WWZ-BD).

Pressemitteilung des brasilianischen Bildungsministeriums: http://portal.mec.gov.br/...

Zwei Länder, ein Thema: Erneuerbare Energien

Delegation des Unternehmerverbandes SINERGIA in Berlin – Kooperation zwischen WWZ-BD und AHK Rio de Janeiro

Berlin, 19. Juli 2017 - Die Erneuerbaren Energien spielen in der brasilianischen Politik und Wirtschaft eine immer größere Rolle. Dabei ist das Land bei den – in Brasilien „sauber“ genannten – Energien bereits gut aufgestellt. Bei der Energieproduktion auf der Basis von Wasserkraft nimmt man weltweit sogar einen Spitzenplatz ein. Angesichts von Dürreperioden und niedrigen Pegeln in den Staudämmen sowie immer wieder auftretenden Blackouts bei der Stromversorgung wird die Suche nach einer Diversifizierung der Energiequellen intensiviert. Windkraft und Photovoltaik stehen dabei ganz oben, auch die Gewinnung von Strom und Gas aus Biomasse erfährt zunehmendes Interesse.

In diesem Kontext fand der Besuch einer Delegation des Unternehmerverbandes Sindicato Interestadual das Indústrias de Energia Elétrica (SINERGIA) aus Brasilien in Berlin statt. SINERGIA-Vizepräsident José Eudes de Freitas und sein Kollege Daniel Santa Cruz interessierten sich bei ihren Gesprächen in Berlin vor allem für die Herausforderungen bei der Energiewende in Deutschland und die Erfahrungen beim Einsatz Erneuerbarer Energien. Über diese und viele andere Themen sprachen sie am 19. Juli 2017 unter anderem mit Ursula Borak. Ministerialdirigentin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Dr. Eberhard von Rottenburg, Referent für Energie- und Klimapolitik im Bundesverband der Deutschen Industrie e.V., und Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende.

Erneuerbare Energien bei Wirtschaftstagen 2017 wichtiges Thema

Frau Borak informierte über die Grundsätze der deutschen Energiepolitik und verwies darauf, dass bei der Umsetzung der Energiewende gerade kleinen und mittleren Unternehmen eine wichtige Rolle zukomme. Sie berichtete über die jüngsten Aktivitäten im Rahmen der Deutsch-Brasilianischen Energiepartnerschaft. So sei zum Beispiel kürzlich eine Arbeitsgruppe Energieeffizienz ins Leben gerufen worden. Die Themen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz stehen in diesem Jahr auch auf dem Programm der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage im November in Porto Alegre, sagte Ursula Borak (www.eeba2017.com). Vizepräsident Eudes berichtete aus der Arbeit von SINERGIA, insbesondere über die Bemühungen zur Sicherung einer stabilen Stromversorgung in allen Regionen des Landes.

Dr. von Rottenburg verwies auf die bereits 2010 definierten langfristigen Ziele der Energiewende für die nächsten 40 Jahre und den aktuellen Stand der Zielerreichung. Der Energiewende-Navigator des BDI zeige dabei sowohl positive Entwicklungen als auch Nachholbedarf in einigen Positionen. José Eudes interessierte sich unter anderem für die Funktionsweise des Eneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in Deutschland. Dr. von Rottenburg würdigte die langjährige Zusammenarbeit der beiden Unternehmerverbände BDI und CNI bei der Organisation der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage.

Der Think Tank Agora Energiewende ist eine gemeinsame Initiative der Mercator Stiftung und der Europäischen Klimastiftung. Dr. Graichen berichtete über die aktuelle Situation der Energiewende in Deutschland. Dabei verwies er auf die schrittweise Abschaltung von Kernkraftwerken und den Ausbau der Nutzung Erneuerbarer Energien. Herr Eudes betonte, dass Brasilien gerade auf den Feldern Windkraft und Solarenergie über ein großes Potential verfüge. Deshalb sei man an den deutschen Erfahrungen Deutschlands auf diesen Gebieten sehr interessiert.

Begleitet wurden die brasilianischen Gäste bei diesen Terminen durch Rechtsanwalt Hans-Dieter Beuthan, Geschäftsführender Vizepräsident des WWZ-BD, und Vorstandsmitglied Wolfgang Wagner. Die Betreuung der SINERGIA-Delegation erfolgte im Rahmen einer Kooperation zwischen der AHK Rio de Janeiro und dem WWZ-BD als Partner der AHK in Berlin.

Trotz des engen Terminkalenders ließen es sich José Eudes de Freitas und Daniel Santa Cruz nicht nehmen, dem längsten erhalten Stück der Berliner Mauer mit der auch in Brasilien bekannten East Side Gallery einen Besuch abzustatten. José Eudes de Freitas war das letzte Mal 1987 auf Einladung der DDR-Regierung zur 750-Jahrfeier in Berlin und berichtete über seine Erinnerungen aus dieser Zeit.

Der Unternehmerverband SINERGIA

In dem 1940 gegründeten Verband sind Energieunternehmen aus insgesamt 22 Bundesstaaten organisiert. Neben Elektrifizierung in entlegenen Landesteilen, der Sicherung einer stabilen Energieversorgung für alle und der Integration der Energienetze südamerikanischer Staaten gehört das Thema Erneuerbare Energien aktuell zu den Schwerpunkten der Arbeit des Verbandes. Enge Beziehungen unterhält man zu den Industrieverbänden der jeweiligen Bundesstaaten. So ist zum Beispiel SINERGIA-Präsident Sérgio Malta Vorsitzender des Energierates innerhalb des Industrieverbandes von Rio de Janeiro (FIRJAN).

In Torgelow wird „Gas“ gegeben

Torgelow, 24. Mai 2017 - Auf der Baustelle im Torgelower Industriegebiet Borkenstraße wird im doppelten Sinne des Wortes „Gas“ gegeben. Die Bauarbeiten an der neuen Biogasanlage kommen zügig voran. Seit der Grundsteinlegung am 22. Februar 2017 ist viel passiert: Einige der großen Behälter für die Gärstrecke sind nahezu fertig, andere im Bau. Parallel dazu entstehen die Lager für die Substrate.

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Wie eine „Study Tour“ den Gasmarkt verändern kann

WWZ-BD unterstützt Zertifizierungsprozesse in Brasilien

Rio de Janeiro / Berlin, 29. Juni 2017 – Beim Anteil Erneuerbarer Energien am Energiemix nimmt Brasilien weltweit einen Spitzenplatz ein. Das liegt vor allem am großen Beitrag der Wasserkraft. Bei Windkraft und Photovoltaik gibt es deutliche Zuwächse. Dagegen verharrt die Nutzung von Biomethan gewissermaßen noch in den Startlöchern. Dass es dafür in Brasilien ein riesiges Potential gibt, ist längst erkannt. Doch es fehlt bislang nicht nur an den entsprechenden Investitionen, sondern zugleich auch an den rechtlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung bestimmter Substrate.

Für letzteres wurden dieser Tage wieder einige Hürden aus dem Wege geräumt. Im offiziellen Amtsblatt des Bundes erschien am 29. Juni 2017 die Resolution 685 der Nationalen Regulierungsbehörde für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP). In dem ausführlichen Fachtext werden die Voraussetzungen und Qualitätskriterien für die Nutzung von Biomethan aus Deponiegas und Klärschlamm genau definiert. Ein wichtiger Schritt, um vorhandene Biogasanlagen rentabler zu machen. Die neuen Regelungen tragen aber vor allem zu einem besseren Investitionsklima in diesem Branchensegment bei. Daran ist auch der deutsche Mittelstand interessiert.

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Brasilianische Drechsler zu Besuch

Langjährige Partnerschaft mit Drechslerschule Pomerode

Berlin / Olbernhau, 10. Mai 2017 – Besuch aus Brasilien im WWZ-BD: Auf dem Weg zum größten Treffen der europäischen Drechselszene in Olbernhau machten am 3. und 4. Mai 2017 brasilianische Kunsthandwerker und ihre Angehörigen in Berlin Station. Am Sitz des WWZ-BD wurden sie herzlich begrüßt von Vereinspräsidentin Jutta Blumenau-Niesel und dem geschäftsführenden Vizepräsidenten Rechtsanwalt Hans-Dieter Beuthan. Jutta Blumenau-Niesel verwies auf die langen und vielfältigen Beziehungen zwischen Brasilien und Deutschland. Ihr Urgroßvater hatte 1850 im südbrasilianischen Urwald eine Siedlung gegründet. Die heute mehr als 300.000 Einwohner zählende Großstadt im Bundesstaat Santa Catarina trägt seinen Namen.

Wesentlich jünger aber trotzdem sehr eng sind die Beziehungen zwischen den brasilianischen Drechslern und dem WWZ-BD. Vizepräsident Beuthan erinnerte an die Anfänge im Jahr 2008, als auf Initiative des Vereins eine junge Frau aus Pomerode zu einem Drechslerkurs ins Erzgebirge eingeladen wurde. Heute ist Sandra Greuel-Prochnow Leiterin der Drechslerschule Pomerode in Santa Catarina – der einzigen ihrer Art in ganz Brasilien.

Seitdem haben dort mehr als 170 brasilianische Frauen und Männer das Drechseln erlernt. Darüber hinaus findet jetzt alljährlich in Pomerode ein Drechsler-Treffen, zu dem Interessierte nicht nur aus Santa Catarina, sondern aus ganz Brasilien kommen.

In diesem Jahr nahm nun zum ersten Mal eine Abordnung des südamerikanischen Landes am zweijährlichen Drechsler-Forum im Erzgebirge teil. Neben Professora Sandra waren das acht Absolventen der Drechselschule Pomerode sowie einige Ehepartner. Sie kamen aus Santa Catarina und weiteren Bundesländern Brasiliens.

Unter den Teilnehmern des größten europäischen Drechslertreffens hatten sie nicht nur die weiteste Anreise, sondern auch viel über dieses Kunsthandwerk in Brasilien zu erzählen. Bei verschieden Vorführungen konnten sie zeigen, wie sie diese Tradition in Brasilien mit neuem Leben erfüllen.

Mit vielen neuen Eindrücken und so manchem Tipp der rund 80 Kollegen aus ganz Europa flogen sie wieder nach Hause. Eins ist schon jetzt klar: Beim nächsten Drechslertreffen soll es wieder eine brasilianische Delegation geben. Sandra Prochnow-Greuel: „Die Vorbereitungen auf unsere Teilnahme in zwei Jahren haben bereits begonnen.“

Mehr Informationen zum Drechseln in Brasilien unter:

http://www.wwz-bd.de/index.php/61-wie-die-magie-des-drechselns-menschen-verbindet


Wir sind mit Büros vertreten in Berlin und Santa Catarina